Wie sieht die Zukunft von Biogas aus?

Wie sieht die Zukunft von Biogas aus?

  • Posted by nemetzag
  • On 20. April 2021
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Biogas gilt als gleichwertige Alternative zum fossilen Erdgas. Das Gas kann zur Erzeugung von elektrischer Energie, zum Betrieb von Fahrzeugen oder zur Einspeisung in ein Gasversorgungsnetz eingesetzt werden. Befürworter loben die niedrigen CO2-Vermeidungskosten. Kritiker sehen die mangelnde Dichtheit von Biogasanlagen als Problematik.

Biogas ist ein brennbares Gas. Es entsteht durch die Vergärung von Biomasse – Abfälle und nachwachsende Rohstoffe – in Biogasanlagen. Als Ausgangsstoffe gelten biogene Materialien wie Klärschlamm, Bioabfall, Speisereste, Wirtschaftsdünger (Jauche und Mist) sowie nicht genutzte Pflanzen und Pflanzenreste. Außerdem werden Energiepflanzen wie Mais oder Raps eigens für die Biogas-Produktion angebaut. Die verschiedenen Ausgangsmaterialien sind unterschiedlich ertragreich, und je nach ihrer Zusammensetzung entstehen Gase mit variablem Methangehalt. Der Anteil von Methan spielt eine zentrale Rolle, da bei seiner Verbrennung Energie freigesetzt wird.

Für die Produktion von Biogas sind anoxische Verhältnisse notwendig – also die Abwesenheit von Sauerstoff. Unter solchen Bedingungen geht der natürliche Prozess des mikrobiellen Abbaus von organischen Stoffen vor sich. Mikroorganismen setzen die enthaltenen Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette in die Hauptprodukte Methan und Kohlenstoffdioxid um. Es handelt sich dabei um einen mehrstufigen Prozess. Biogas ist ein Sammelbegriff für alle energiereichen Gase, die unter solchen Voraussetzungen entstehen.

Es kann grob zwischen drei Arten unterschieden werden:

  • Klärgas: entsteht bei der Reinigung von Wasser
  • Faulgas: wird während der Klärschlammfaulung produziert
  • Deponiegas: tritt aus einer Mülldeponie aus

Wenn Biogas gleichzeitig zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt wird, erreicht es seinen maximalen Wirkungs- und Versorgungsgrad. Kommt es allerdings in Motoren zum Einsatz, ist es schädlicher als Diesel. Das liegt am Methanschlupf. Denn bis zu zwei Prozent des Methans werden nicht verbrannt und treten als umweltschädliches Klimagas in die Atmosphäre.

Den Austritt von Methan kritisieren – vor allem auch – Umweltschützer bei Biogasanlagen. Denn Methan hat eine starke aufheizende Wirkung auf das Klima. Die Anlagen können allerdings nicht vollkommen dicht gebaut werden, und auch für Wartungsarbeiten müssen sie zugänglich bleiben.

Der Fachverband Gas Wärme in Österreich hingegen hebt die niedrigen Kosten der Vermeidung des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) hervor. Diese seien viel geringer als bei anderen Energiegewinnungsformen wie Windkraft und Photovoltaik.

Übrigens: Das „Bio“ in Biogas weist auf dessen biotische Bildungsweise hin – im Gegensatz zum fossilen Erdgas. Es bedeutet aber nicht, dass die Rohstoffe für die Erzeugung aus ökologischer Landwirtschaft stammen.

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